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FAQ
Gluten, auch Kleber oder Klebereiweiß genannt, besteht aus dem Eiweißbestandteil des Getreidekorns. Die Glutene der einzelnen Getreidesorten unterscheiden sich nur geringfügig voneinander. Für die Backeigenschaften eines Mehls ist der Glutenanteil von entscheidender Bedeutung. Gluten steckt im Getreidekorn, insbesondere im Weizen. Beim Brotbacken sorgt das Gluten für gummiähnliche, elastische und plastische Eigenschaften und sorgt dafür, dass sich ein feinporiger, lockerer Teig bildet, der beim Backen nicht zu einem Fladen auseinander läuft. Deshalb ist Weizen in aller Welt auch "das" Backgetreide. Manche Menschen reagieren aufgrund einer Stoffwechselerkrankung auf diesen Eiweißstoff.
Zöliakie und Sprue sind zwei Bezeichnungen für ein und dieselbe Erkrankung: sie kann sich im Kindesalter manifestieren und wird dann Zöliakie genannt, kann aber auch erst im Erwachsenenalter auftreten, dann spricht man von Sprue. Die Erkrankung beruht auf einer Unverträglichkeit des Organismus gegenüber dem Klebereiweiß Gluten, das in den Getreidesorten Weizen, Roggen, Gerste und Hafer vorkommt. Es erzeugt im Dünndarm des Betroffenen eine Schädigung der Darmwand. Normalerweise wird die aufgenommene Nahrung im Dünndarm in ihre Bestandteile aufgespalten und kann so vom Körper aufgenommen werden. Um dafür eine genügend große Oberfläche zu schaffen, ist der Darm mit vielen Fältchen, den so genannten Zotten, ausgekleidet.
Bei der Zöliakie/Sprue führt die Zufuhr von Gluten zur Abflachung der Dünndarmschleimhaut und zum Abbau der Zotten. Bei andauernder Glutenbelastung ist der Oberflächenverlust so groß, dass nicht mehr genug Nahrungsbestandteile vom Körper aufgenommen werden können und Mangelerscheinungen auftreten.
Die Krankheit besteht nach heutigen Erkenntnissen ein Leben lang. Medikamente zur Besserung oder Heilung der Zöliakie gibt es nicht. Die Grundlage jeder Behandlung ist die Umstellung auf eine strikte glutenfreie Ernährung. Glutenfrei in unverarbeitetem Zustand sind folgende Getreidesorten: Reis, Mais, Hirse, Buchweizen, Amaranth und Quinoa.
Die Codex alimentarius Kommission hat sich auf einen neuen Grenzwert für glutenfreie Produkte geeinigt. Der neue Grenzwert liegt bei max.20ppm (2mg/100g) Gluten.
Somit können Lebensmittel mit einem Gehalt von 21ppm nicht mehr als glutenfrei deklariert werden. Im englisch sprachigen Raum  bezeichnet man Lebensmittel mit einem Glutengehalt von 21ppm-100ppm als „very low gluten“. Eine deutsche Bezeichnung gibt es dafür bis jetzt noch nicht. Der höhere Grenzwert von 100ppm dürfte bei den meisten Zöliakiebetroffenen keine Auswirkung haben, jedoch kann nur der niedrige Grenzwert von 20ppm die größtmögliche Sicherheit für alle Betroffenen bieten.

Als einer der größten Hersteller von biologischen Lebensmitteln arbeiten wir kontinuierlich, vom Feld bis zur Verarbeitung, an der Verbesserung unserer Produkte. Den neuen Grenzwert können wir momentan produktionsbedingt jedoch nicht einhalten. Es kann vereinzelt vorkommen, dass unsere glutenfreien Produkte wie Reis, Hirse und Maispolenta in der Produktion mit  Gluten in Berührung kommen.

Durch ein bestehendes Kontaminationsrisiko ist in der Praxis ein Glutengehalt von 0 ppm nicht möglich. So kann z.B. ein von Natur aus glutenfreies Getreide wie Mais oder Reis durch Kontamination mit einem glutenhaltigen Getreide Gluten enthalten. Analytisch ist es nicht möglich 0ppm Gluten in einem Lebensmittel nachzuweisen.
Der Restglutengehalt von 20ppm sind für Zöliakiebetroffene untoxisch und können daher uneingeschränkt für eine glutenfreie Ernährung verwendet werden.

Der neue Standard hilft den Betroffenen bei der Auswahl der geeigneten Lebensmittel, insbesondere denen die  eine sehr geringe Toleranz gegenüber Gluten in Lebensmittel haben. Lebensmittelhersteller stellt der neue Grenzwert vor neue Herausforderungen. Aufgrund der veränderten Gesetzeslage haben wir uns entschieden unsere Produkte nicht explizit als glutenfrei auszuloben.
Unsere BioGourmet Suppen enthalten laut Rezeptur kein Gluten. Die Kultivierung der Hefe erfolgt auf Getreidebasis. Die Hefe wird aufgereinigt und in einem speziellen Verfahren aufgeschlossen. Allergenspuren sind im Endprodukt nicht nachweisbar.
Da wir unsere Suppen nicht regelmäßig auf Gluten analysieren, werden unsere Produkte nicht als glutenfrei ausgelobt.
Kupfer ist ein lebenswichtiges Spurenelement und ist in vielen Pflanzen und im Boden enthalten.
Der Mensch benötigt Kupfer z.B. für seinen Eisenstoffwechsel. Bei unzureichender Aufnahme von Kupfer kann es zu Mangelerscheinungen wie Blutarmut, Knochenbrüchigkeit oder neurologischen Störungen kommen. Kupfer ist Bestandteil unserer täglichen Ernährung und ist insbesondere in Getreide, Fisch, Orangen, Kakao, Kaffee und in einigen grünen Gemüse zu finden. Kupfer, als natürlich vorkommendes Spurenelement, ist somit kein Gift.

In der Landwirtschaft wird Kupfer zur Bekämpfung von verschiedenen Pilzerkrankungen eingesetzt. In der konventionellen Landwirtschaft sind eingesetzten Kupfermengen dabei, um ein vielfaches höher als in der ökologischen Landwirtschaft. In der ökologischen Landwirtschaft wird der Kupfereintrag möglichst niedrig gehalten und liegt somit deutlich unter den gesetzlichen Höchstmengen. Kupferanwendung führt zu keinem erhöhten Kupferwert im Endprodukt, deshalb besteht nach aktuellem Informationsstand keine Gefahr für den Verbraucher. Darüber hinaus wird seit Jahren daran gearbeitet, die Aufwandmengen zu reduzieren. Ideal wäre es die Menge so zu dosieren, dass sie dem Entzug der Pflanze im Boden entspricht. Eine entsprechende Fruchtfolge und Abwechslung der Kulturen wäre das realistische Ziel. Der ökologische Landbau forscht und engagiert sich in der Züchtung neuer resistenter Sorten und entwickelt Verfahren zur weiteren Kupferreduzierung.  

Das Wissen um die Problematik von Primärwaldrodung zur Palmöl-Erzeugung hat uns bereits in den 90er Jahren veranlasst, uns aktiv um einen alternativen, nachhaltigen Öko-Anbau zu bemühen – zusammen mit Daabon. Noch heute bezieht BioGourmet sein Palmfett aus Kolumbien. Die Bio-Anbaugebiete Magdalena und Guajira liegen im Norden. Die Flächen, auf denen auch Kakao, Bananen und Kaffee nach den Richtlinien des Ökologischen Landbaus kultiviert werden, sind seit 1994 regelmäßig bio-zertifiziert. BioGourmet bezieht Bio-Palmöl ausschließlich aus diesem Gebiet und nicht aus Las Pavas.

Im Oktober 2009 erhielten wir erste Informationen über einen Landkonflikt in der Region Las Pavas im Westen Kolumbiens, in den eine Tochterfirma von Daabon verwickelt sein soll. Da BioGourmet der achtsame Umgang mit Menschen und die Sozialverträglichkeit der Nahrungsmittelerzeugung ein grundsätzliches Anliegen ist, wurde der langjährige Lieferant unverzüglich zu einer ausführlichen Stellungnahme aufgefordert. Die nachvollziehbaren Ausführungen des Familienunternehmens zu diesem komplexen Sachverhalt haben uns bisher keinen Anlass gegeben, an deren Aussagen zu zweifeln. Zumal Daabon unseres Wissens bislang nie in Landkonflikte verwickelt war.

Maßnahmen
Unsere Rohstoffexpertin wird Anfang April den Lieferanten in Kolumbien besuchen. Dabei wird sie nicht nur das Bio-Anbaugebiet im Norden, aus dem BioGourmet sein Palmfett bezieht, inspizieren, sondern auch Las Pavas. Mit den Erkenntnissen des Besuches und den Bildern der Landvertreibung und Flächenrodung des ARD-Reports werden wir die Firma Daabon konfrontieren. Sollten sich die vom ARD-Report erhobenen Vorwürfe bezüglich Las Pavas bestätigen und die derzeit laufende Mediation der Parteien vor Ort keine konstruktive und einvernehmliche Lösung erbringen, so wird dies eindeutige Konsequenzen für die Geschäftsbeziehung mit Daabon haben.

Grundsätzlich begrüßt BioGourmet als Bio-Hersteller, -Verarbeiter und -Händler die aktuelle Diskussion um die Kultivierung von Ölpalmen. Die möglichen negativen Auswirkungen des großflächigen konventionellen Palmölanbaus sind allgemein bekannt. Der Ökologische Landbau ist aus unserer Sicht dazu eine wirkliche Alternative.

BioGourmet verfolgt konkrete Zielsetzungen im Bio-Anbau von Palmöl
• Produkte in zertifizierter Bio-Qualität
• Einhaltung sozialer Standards (v.a. menschenwürdige Arbeitsbedingungen, Verbot von Kinderarbeit,
Mitarbeiter-Mitbestimmungsrechte, soziale Absicherung der MitarbeiterInnen)
• keine Rodung neuer Flächen, Schutz von Primärwald, Erhaltung der Biodiversität,
sowie Landschafts- und Wasserschutz
• kein Ausbau von Biodiesel-Erzeugung auf Kosten von Umwelt und Nahrungsmittelproduktion

Hintergrundinformationen zur Gewinnung von Palmöl
Weltweit werden gegenwärtig ca. 43 Mio. Tonnen Palmöl erzeugt. Mit rund 85 Prozent der Weltproduktion liegt Asien an der Spitze, gefolgt von Afrika und Südamerika. Die vermeintlich umweltfreundliche Alternative zu fossilen Brennstoffen, der sogenannte „Bio-Diesel“, der im Übrigen nichts mit Ökologischem Landbau zu tun hat, trieb die Palmölmengen in den letzten Jahren stark nach oben. Die gestiegene Nachfrage bringt den oft wirtschaftlich schwachen Regionen der rohstoffliefernden Länder nicht nur Vorteile. Vor allem die intensive Plantagenwirtschaft und die damit einhergehenden Abholzung großer Regenwaldflächen stehen in der öffentlichen Kritik. Die kurze Nutzungsdauer der Plantagenflächen im konventionellen Anbau von ca. 7 Jahren bringt große ökologische Probleme mit sich. Nach der intensiven Nutzung, ohne einen aufwändigen Ausgleich der Bodenfruchtbarkeit, ist der weitere Anbau von Nutzpflanzen nur sehr schwer möglich. Die Felder liegen dann brach. Zur weiteren Produktion von Palmöl werden weitere Waldflächen gerodet.

Der Bio-Palmanbau ist die Alternative zum konventionellen Palmanbau. Im Bio-Anbau werden alle pflanzlichen Bestandteile aus der Palm-Verarbeitung kompostiert und als Mulch in den Ölpalm-Plantagen ausgebracht. Damit wird der Humus-Gehalt des Bodens aufgebaut und der Boden mit Nährstoffen versorgt. In den Palmenhainen werden verschiedene Gründüngungs-pflanzen angesät, die den langfristigen Erhalt der Bodenfruchtbarkeit gewährleisten. So kann auch die Wasser-Kapazität des Bodens erhöht werden. Die Nutzung der Ölpalmen liegt im Ökologischen Landbau bei ca. 30 Jahren. Es werden ständig neue Pflanzen auf der Plantage nachgezogen, die die alten Bäume dann nach und nach ersetzen, d.h. die Bio-Ölpalm-Plantagen werden dauerhaft genutzt.

Die Anbauflächen im Norden Kolumbiens, im Gebiet Magdalena und Guajira, auf denen heute für BioGourmet Palmöl produziert wird, wurden bereits seit Generationen landwirtschaftlich genutzt. Es wurde in den letzten Jahrzehnten kein Primärwald gerodet. Zur Farm gehören außerdem 100 ha unberührter, trockener Wald. Es gibt ein zusätzliches Artenschutzprogramm, in dem Jagen von Tieren auf den Farmen verboten ist. Die zwischen den einzelnen Plantagen angelegten Pufferstreifen und die gesetzliche 30m-Schutzzone der Wasserwege fungieren als Korridore für Wildtiere. Aus unserer Diskussion mit Daabon ist uns außerdem bekannt, dass die schonende Nutzung von Wasser in der Region grundsätzlich eine Herausforderung darstellt, der sich Daabon stellt. Unter Mithilfe externer Experten wird dort an einem Wasser-Managementsystem gearbeitet, um die langfristige Wasserversorgung sicher zu stellen.
Alle Suppen sind glutenfrei, milcheiweißfrei, lactosefrei, eifrei, cholesterinfrei und ohne zugesetzte Geschmacksverstärker. In jeder Hefe und in jedem Hefe-Produkt, wie z.B. Hefe-Extrakt, befindet sich natürliche Glutaminsäure, nicht zu verwechseln mit dem Geschmacksverstärker Mononatriumglutamat. Sie sorgt auf völlig natürliche Weise für ein kräftiges und ausgewogenes Aroma unserer Suppen.
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